Bewerben – aber richtig! Tipps von einer, die es wissen muss

Als HR-Expertin bei Linde in München hat Jeannine Krämer schon viele Kandidaten kommen und gehen gesehen. Wir haben sie gefragt, auf was es bei einer erfolgreichen Bewerbung ankommt.

Jeannine, fangen wir doch zur Abwechslung mal mit Ihrem Lebenslauf an. Was haben Sie vor Linde gemacht?

Ich habe in Deutschland und Frankreich International Business Administration studiert. Danach habe ich für Korn Ferry, ein internationales Executive-Search-Unternehmen, gearbeitet. Anschließend wechselte ich zu Ferrero, dem Schokoladenhersteller. Dort war ich als HR Manager tätig. Im Jahr 2010 kam ich zu Linde.

Ein Lebenslauf sollte den bisherigen beruflichen Werdegang des Kandidaten und seine Entwicklung auf einen Blick wiederspiegeln.

Der Lebenslauf ist ein Türöffner. Sie bekommen einen ersten Eindruck von den Kandidaten. Worauf achten Sie bei diesem ersten Profil-Check?

Wir versuchen zu beurteilen, ob das Profil des Kandidaten zu der jeweiligen Rolle passt. Gute Lebensläufe sind in dieser Vorauswahlphase wirklich sehr hilfreich, denn sie zeigen relevante Erfahrungen und helfen uns so zu entscheiden, ob der Kandidat möglicherweise zu der Position passt. Ein Lebenslauf sollte den bisherigen beruflichen Werdegang des Kandidaten und seine Entwicklung auf einen Blick wiederspiegeln.


Wenn man nach der Qualität der Lebensläufe fragt, bekommt man oft zu hören, dass „einige gut, einige schlecht und die meisten ok“ seien. Was macht einen richtig guten Lebenslauf aus?

Ein guter Lebenslauf erzählt eine Geschichte über die Person. In einem schlechten muss man nach der relevanten Information erst suchen. In diesem Fall ist der Lebenslauf nicht fokussiert genug. Ich finde Struktur sehr wichtig. Verwenden Sie Überschriften und Markierungen in Fett. Achten Sie auf einen ordentlichen Zeilenabstand. Und passen Sie die Beschreibung Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen an. Das heißt: Heben Sie Informationen hervor, die für die Stelle relevant sind.
Linde HR Partnerin Jeannine Kraemer mit Kandidaten
Alle Angaben sollten uns Hinweise auf potenzielle Stärken, die Motivation oder die Perspektive liefern.

Wie lang sollte der Lebenslauf idealerweise sein?

Ich würde sagen, dass es da kein generelles „Limit“ gibt. Er sollte jedoch der jeweiligen Karrierestufe entsprechen. Wenn jemand zum Beispiel gerade sein Studium abgeschlossen hat, sollte sein Lebenslauf keine fünf Seiten lang sein.

Linde HR Partnerin Jeannine Kraemer mit Kandidaten

Welche Informationen haben im Lebenslauf nichts verloren? Sollte zum Beispiel ein Kandidat erwähnen, dass er Kapitän einer Sportmannschaft ist?

Sagen wir mal so: Alle Angaben sollten uns Hinweise auf potenzielle Stärken, die Motivation oder die Perspektive liefern. Freizeitaktivitäten sollten kurz und bündig umrissen werden – und achten Sie darauf, dass sie stimmen! Ich habe mit vielen Kandidaten Vorstellungsgespräche geführt, die ein „Interesse an Reisen und Kultur“ bekundet haben, auf Nachfrage jedoch nicht im Geringsten daran interessiert zu sein schienen.


Der Lebenslauf wird meist begleitet von einem Anschreiben oder Motivationsschreiben. Was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Anschreiben aus?

Ein gutes Anschreiben vermittelt zusätzliche Informationen. Es sollte keine Zusammenfassung des beruflichen Werdegangs sein. Im Anschreiben möchte ich zum Beispiel erfahren, was den Kandidaten zu einem Stellenwechsel bewegt. Auch weitere Informationen über seine Kompetenzen sind wichtig. Eigenschaften, die im Lebenslauf nicht auftauchen, wie zum Beispiel der Arbeitsstil. Außerdem sollte ein Anschreiben auch praktische Angaben beinhalten, zum Beispiel Gehaltsvorstellungen und das nächstmögliche Eintrittsdatum. Was auch immer Sie tun – listen Sie nicht einfach die Anforderungen der Stellenbeschreibung auf, um dann am Ende zu schreiben: „Übrigens, ich erfülle sie alle!“

Und nun zum Vorstellungsgespräch. Das ist etwas, was viele Kandidaten sehr nervös macht. Was will Linde in dieser Phase von den Kandidaten erfahren?

Nun, zunächst möchte ich sagen, dass niemand Angst vor einem Vorstellungsgespräch bei Linde haben muss. Wir wollen eine offene, ehrliche und aktive Konversation. Keine Verhörsituation. Wir verstehen natürlich, dass die Kandidaten nervös oder aufgeregt sind. Im Grunde geht es beim Vorstellungsgespräch darum, einzuschätzen, ob der Kandidat die Voraussetzungen für die ausgeschriebene Stelle erfüllt. Genauso wichtig ist aber, die Erwartungen des Bewerbers herauszufinden. Nur so können wir letztlich beurteilen, ob wir sie erfüllen können. Das Vorstellungsgespräch gibt uns die Gelegenheit, mögliche Lücken zwischen Anforderungsprofil und Erfahrungen des Kandidaten aufzudecken. Und natürlich prüfen wir, ob der Kandidat ganz allgemein zu unserer Kultur aber auch in das jeweilige Team passt.


Was meinen Sie mit einer „aktiven Konversation“?

Oft fragen wir die Kandidaten am Ende eines Vorstellungsgesprächs, ob sie Fragen an uns haben. In den meisten Fällen bekommen wir dann ein „Nein“ zu hören. Das erstaunt mich immer wieder. Denken Sie an die Zeit, die man in der Arbeit verbringt: Es ist ein großer Teil des Lebens! Man sollte so viel wie möglich über die Rolle, die Zuständigkeiten, die Projekte, die Schnittstellen, das Team, den Manager usw. herausfinden. Kurzum:  Nutzen Sie die Möglichkeit, uns Fragen zu stellen!


Nun, zunächst möchte ich sagen, dass niemand Angst vor einem Vorstellungsgespräch bei Linde haben muss.
Sie sollten die Arbeitsbeschreibung gelesen und über Fragen nachgedacht haben, die man ihnen stellen könnte. Sie sollten verstehen, was Linde macht. Und zu guter Letzt sollten sie vor allem auch ihr Interesse zeigen.

Was ist Ihrer Erfahrung nach die goldene Regel für ein Vorstellungsgespräch?

Sehr wichtig ist, dass die Kandidaten sich auf das Gespräch vorbereiten. Sie sollten die Arbeitsbeschreibung gelesen und über Fragen nachgedacht haben, die man ihnen stellen könnte. Sie sollten verstehen, was Linde macht. Und zu guter Letzt sollten sie vor allem auch ihr Interesse zeigen. Manchmal sitze ich einem Kandidaten gegenüber, der an dem Job nicht interessiert zu sein scheint.  Dann frage ich mich schon, warum er überhaupt zu uns gekommen ist.


Gibt es Tabus, die man im Gespräch tunlichst vermeiden sollte?

Häufig sprechen die Kandidaten negativ über ihren aktuellen Arbeitgeber – das ist im Allgemeinen ein No-Go. Man sollte abwägen, wie viel man Preis gibt. Zu viel Ehrlichkeit kann manchmal schaden. Einmal habe ich einen Kandidaten gefragt, ob er noch Fragen zu der Stelle hätte. Daraufhin antwortete er: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ich hatte keine Zeit, die Stellenausschreibung noch einmal durchzulesen.“ So etwas sollte man einfach nicht sagen!

Und wie ist es mit Telefoninterviews? Haben Sie auch dafür Tipps?

Obwohl oder gerade weil Telefoninterviews etwas unpersönlich sind, sollten Sie zunächst versuchen, eine persönliche Verbindung zu Ihrem Gesprächspartner herzustellen. Starten Sie mit etwas Small Talk. Zum Schluss noch ein paar praktische Tipps: Suchen Sie sich für das Telefonat einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind. Selbstverständlich sollten Sie sich für das Telefoninterview genauso gut vorbereiten wie für ein persönliches Vorstellungsgespräch.

Linde ist ein faszinierendes Unternehmen. Wir sind stolz auf das, was wir tun. Wir haben viel zu bieten.

Eine letzte Frage: Erinnern Sie sich noch an Ihr eigenes Vorstellungsgespräch bei Linde?

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern! Nach dem Gespräch hatte ich das Gefühl, zu wissen, auf was ich mich einlasse. Das hat mir die nötige Sicherheit gegeben, die richtige Entscheidung zu treffen.


Hätten Sie vielleicht noch ein paar abschließende motivierende Worte für all diejenigen, die sich bei Linde bewerben möchten?

Linde ist ein faszinierendes Unternehmen. Wir sind stolz auf das, was wir tun. Wir haben viel zu bieten. Zögern Sie nicht. Haben Sie keine Angst. Seien Sie authentisch und zeigen Sie uns, wer Sie wirklich sind. Wir freuen uns auf Sie!
Linde HR Partnerin Jeannine Kraemer lachend mit einem Kandidaten